Konfrontationstherapie

Bei der sogenannten Konfrontationstherapie entstehen zwar viele neuronale Verbindungen in Eurem Kopf, aber bedauerlicherweise überwiegend in die falsche Richtung. Wie ist das möglich? Während so einer Konfrontation führt und begleitet ein Therapeut Euch in eine Situation, vor der Ihr besonders Angst habt. Ihr sollt dadurch lernen, dass Eure Angst unbegründet ist, schließlich habt Ihr die Situation ja überlebt. Je öfter Ihr diese Tortur nun über Euch ergehen lasst, um so mehr soll Eure Angst "abstumpfen", so die Idee.

Das funktioniert jedoch nur sehr bedingt und ausschließlich in einer sehr frühen Phase einer Angsterkrankung. In sieben von zehn Fällen hingegen wird die Angst durch Exposition noch verschlimmert. Denn während Ihr auf der einen Seite auf intellektueller Ebene lernt, dass die angstbesetzte Situation Euch nicht tötet, durchlebt Ihr auf der anderen Seite auch mehrere Stunden voller Angst und Fluchtgedanken. Da sich aber jeder Gedanke neuronal im Gehirn vernetzt und diese Vernetzung umso leistungsfähiger werden, je stärker die Emotionen sind, die den Gedanken zugrunde liegen, bildet Ihr mit jeder Konfrontation neben ein paar Hundert positiven Synapsen auch Tausende von negativen neuronalen Verbindungen. Somit ist es viel klüger, zuerst in einer sicheren Umgebung Euren Kopf neu zu vernetzen und anschließend völlig entspannt zu erleben, dass Ihr wieder alles machen könnt, ohne dass die Angst aufkommt.

 

                                                                                                                                                                Quelle: Klaus Bernhardt, Panikattacken und andere Angststörungen  loswerden

 

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