Sekundärer Krankheitsgewinn

Manchmal kommt es vor, das Patienten zwar schnell ihre Panikattacke nach der Bernhardt-Methode loswerden, ein paar Wochen oder Monate später aber erneut von einer Panikattacke heimgesucht werden. Häufig ist dann derr sogenannte "secondary gain" dafür verantwortlich. Man spricht vom "sekundären Krankheitsgewinn", so die deutsche Bezeichnung dafür. Davon ist immer dann die Rede, wenn die Betroffenen zwar einerseits unter ihrer Angsterkrankung leiden, andererseits aber auch einen versteckten Vorteil dadurch haben, der ihnen häufig gar nicht bewusst ist, daher das Wort Krankheitsgewinn. Es könnte z.B. sein, das der Partner sich aufgrund einer schlimmen Panikattacke wieder rücksichtsvoller und aufmerksamer verhalten hat. Oder aber diente als legitime Entschuldigung, nicht mehr einer Arbeit nachgehen zu müssen, die einem schon lange keinen Spass mehr macht. Es könnte aber auch sein, dass Sie sich seit Jahren um einen kranken Verwandten kümmern  und Ihnen die Pflicht nur dann erspart bleibt, wenn Sie selbst krank sind. Die Liste möglicher sekundärer Krankheitsgewinne ist lang. Meist haben die Betroffenen ein besonders ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und es muss schon etwas "ganz Schlimmes" passieren, dass man nicht auf Sie zählen kann. Die Angststörung ist dann oft der einzige Ausweg, sich aus der Verpflichtung zu befreien, die man einzuhalten nicht mehr im Stande ist.

Panikattacken verschwinden einfach so, von heute auf morgen, einfach nur, weil der Betroffene endlich den Mut hatte, sich zum Beispiel einen neuen Job zu suchen oder sich um eine externe Pfegekraft für einen kranken Elternteil zu bemühen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für so einen sekundären Krankheitsgewinn.

                                                                                                                                                                                                              Quelle: Klaus Bernhardt

Kommentar schreiben

Kommentare: 0