Panikattacke beim Autofahren

Plötzlich, aus heiterem Himmel, kommt sie und das Mitten auf der Autobahn:

  • Schwindel
  • Schwitzen
  • das Gefühl, die Autos kommen immer näher
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • ein eigenartiges Kribbeln in Händen und Beinen

eine Panikattacke !

 

Sie fragen sich: "Wieso? Ich fahre doch seit Jahren diese Strecke? Ich fahre gern und viel Auto!  Warum gerade jetzt? "

 

Was könnte die Ursache sein?

Ihr gesunder Menschenverstand weiss, das es sich sehr wahrscheinlich nicht um das Autofahren an sich handeln kann. Aber es liegt nahe sich zu fragen, was könnte damit in Verbindung stehen?

  • Gab es in letzter Zeit einen Verkehrsunfall im Bekannten- oder Familienkreis ?
  • Gibt es soziale Probleme in der Familie ?
  • Fühlen Sie sich auf Ihrer Arbeitstelle schon lange nicht mehr wohl ?

Zu  98%  steht das Autofahren zu einem indirekten Bezug, dass sie "nur" zu einer sehr unangenehmen Situation (örtlich) bringt.

Über 1 Mio Menschen in Deutschland leiden immer wieder unter Panikattacken während des Autofahrens. Die logische Konsequenz ist, das man das Autofahren meidet, um einer Panikattacke aus dem Weg zu gehen. Und hier haben wir sie wieder:  Die Angst vor der Angst!

Dabei sollten Sie wissen, das Ihre Psyche Ihnen einen Liebesdienst erweist, in dem sie Ihnen sagt:

" Schaue in Dein soziales  Umfeld , hier ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Es geht mir nicht gut damit. "

Sicherlich hat Ihnen dieses Unterbewusstsein, das sie jeden Tag durch den Alltag bringt und Sie schützt, schon mehrfach Signale geschickt. Das könnten Rückenschmerzen, Übelkeit , Kopfschmerzen oder permanente Erkältungen sein. Aber diese Symptome werden gerne ignoriert und können natürlich auch viele  andere Ursachen haben.

 

Aber was machen, wenn Sie eine Panikattacke beim Autofahren haben?

  1. Machen Sie sich bewusst, das Sie weder bewusstlos noch einen Herzinfarkt bekommen. Es handelt sich hier "nur" um ein sehr unangehmes Gefühl.
  2. Versuchen Sie die Atmung zu beruhigen. Beim Einatmen zählen Sie bis sechs und beim Ausatmen bis acht.
  3. Nehmen Sie die nächste Gelegenheit wahr, um mit dem Auto rechts ranzufahren.
  4. Ablenkung hilft erstmal:
  • singen Sie im Radio ein Lied mit
  • führen Sie laut Gespräche  mit sich selbst, z.B. was nehmen Sie in Ihrer Umwelt wahr?

Diese Maßnahmen helfen erstmal aus der akuten Panik herauszukommen. Dennoch sollte Ihnen klar sein, das Sie bis jetzt nur den "nervigen" Rauchmelder Ihres Unterbewusstseins ausgestellt haben. Die Ursache ist dadurch aber noch nicht behoben.

 

Was machen, wenn sich die Panikattacken verselbstständigt haben und alles im sozialen Umfeld wieder in Ordnung ist?

 

Hier greift nun die 10 - Satz - Methode (hier das Beispiel Autofahren).

Nehmen sie sich einen Satz, der folgende Regeln beinhalten sollte:

  1. er sollte konkret sein
  2. er ist in der Gegenwart formuliert
  3. keine Verneinungen

Der Satz könnte hier lauten:

Ich fahre absolut entspannt auf der Autobahn. Ich liebe es die anderen Autofahrer zu beobachten, gute Musik zu hören oder ein Hörspiel. Und freue mich darauf an mein Urlaubsziel gut gelaunt anzukommen.

 

Arbeiten sie mit dem Satz am besten abends vor dem zu Bett gehen. Nehmen Sie sich 20 Minuten Zeit und lassen Sie sich dabei nicht stören.

Sie arbeiten dabei immer über einen anderen Sinneskanal.

Am ersten Tag stellen sie sich alles visuell vor.

Sie sehen die tolle Landschaft um sich. Vielleicht ist es noch früh morgens und Sie sehen verschiedene Tiere. Bei einem Stau, betrachten Sie lauter lustige Menschen um sich herum. Vielleicht sehen Sie sich auch in einem niegel-nagel-neuen Traumauto sitzen und Sie betrachten sich erstmal das Cokpit . Gehen Sie alles Details in Ruhe durch. Sie können sich auch gerne bizarre Dinge einfallen lassen. Das Gehirn liebt das. So sehen Sie auf der Autobahn lauter kleine

Matchbox -Autos. Selbst die LKWs sind so klein, das sie nicht grösser als Bobbycars sind.

Am zweiten Tag gehen Sie über den akkustischen Kanal.

Was hören Sie? Gute Musik? Ein spannendes Hörspiel? Den Wind, wenn Sie das Fenster runterlassen?

Vielleicht ist eine gute Freundin oder Freund mit dabei und Sie hören sich beide laut lachen und angeregt unterhalten?

Am dritten Tag arbeiten sie über das Fühlen.

Wie fühlt sich Ihr Auto an, der Gurt, der Sitz, der Ganghebel, etc.? Haben Sie sich einen Kaffee an der letzten Tankstelle geholt? Wie fühlt sich der Becher an?

Versuchen Sie in Ihrer Vorstellung drin zu bleiben.

Am vierten Abend geht der Satz über den Geruchssinn.

Wie riecht Ihr Auto? Riecht es noch neu? Wie riechen Sie? Haben Sie Ihr Lieblingsparfüm dran gemacht? Schliesslich fahren Sie in Ihren Urlaub, den Sie sich verdient haben! Und der Kaffee, den Sie sich geholt haben? Vielleicht auch ein Stück Kuchen. MMh ....lecker...

Am fünften arbeiten Sie mit dem Geschmackssinn.

Wie schmeckt Ihr Kaffee und Kuchen? Gehen Sie zwischen drin ein Eis essen. Vielleicht ist es eine lange Fahrt. Geniessen Sie ein leckeres 5-Gänge-Menü. Ihr Partner lädt Sie ein.

 

Machen Sie es sich so angenehm wie möglich bei Ihrer imaginären Autofahrt. Erleben sie lustige Dinge, über die Sie lachen können.

Am Anfang werden sich Ihre Gedanken vielleicht  immer wieder wegbewegen. Holen Sie sie wieder zurück und machen ihnen klar, das Sie jetzt für die nächsten 20 Minuten Regie führen.

Sie sind bei diesen Übungen im geschützten Raum und Ihr Gehirn bildet in dieser Zeit neue positive synaptische Verbindungen. Es wird bestimmt nicht lange dauern bis Sie von sich aus den Impuls verspüren wieder Auto zu fahren. Ohne dabei schon vorher Schweissausbrüche zu erleiden.

 

Das ist jetzt nur ein Beispielsatz. Insgesamt haben sie aber in der 10 - Satz - Methode zehn verschiedene Sätze, die sich damit beschäftigen:

" Wie würde mein Leben aussehen, wenn es richtig toll wäre?"

Sie arbeiten jeden Tag mit einem anderen Satz über die jeweiligen Sinneskanäle. Das macht es abwechslungsreich , das Gehirn würde sich sonst schnell langweilen. Und vor allem: Haben Sie richtig Spass dabei!

 

 

 

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