Mögliche Symptome die während einer Panikattacke oder generalisierten Angststörung auftreten können

Eigentlich wissen Sie es. Das Gehirn mit seinen Rezeptoren kann stets nur auf eine Emotion reagieren. So können wir nur wütend oder traurig oder fröhlich oder ängstlich u.v.a.  sein. Das Gehirn sendet, je nach Sitiuation, entsprechende Botenstoffe aus, um eine Empfindung und somit eine angepasste Körperreaktion auszulösen. Das ist wichtig für unser Überleben und unser soziales Zusammensein.

Machen Sie sich das einmal bewusst! Das heisst im Umkehrschluss: Dann können Sie in einer Panik- oder Angstattacke durch Körperhaltung, -bewegungen und bewusste Gedankenabläufe Ihre Emotionen wieder unter Kontrolle bringen. Sie können die Panikattacke stoppen! Sie übernehmen die Kontrolle!

 

Ist das nicht wunderbar?

Hierbei finde ich es hilfreich zu wissen, warum entstehen bestimmte Symptome der Angst und welche Funktionen haben sie? Der Körper ist ein Wunderwerk und nichts ist umsonst eingerichtet. Er tut alles, um Sie zu schützen!

 

1. Erstickungsgefühle und Kurzatmigkeit

 

Manchmal fühlt es sich so an, als ob der Brustkorb sich nicht genug ausdehnen kann, um die Luft einzuatmen, die der Körper braucht oder als ob jemand einem ein Kissen auf das Gesicht drücken würde. Das Symptom fühlt sich schrecklich und erschreckend an.  Um es bildlich auszudrücken, es ist als wenn sich ein riesiger Panzer oder ein schweres Gewicht um den Brustkorb legen würde. Sie versuchen gegen das Gewicht zu atmen und bewegen sich ruhelos. 

Das könnte eine Hilfe sein:

Schliessen Sie die Augen. Versuchen Sie sich ein Bild von dem Engegefühl zu machen. Ein Beispiel:

Sind es grosse Hände, die den Brustkorb umschliessen? Entsteht eine Farbe? Vielleicht Rot? 

Als nächstes drehen sie die Bilder ins Gegenteil! Zum oberen Beispiel: Anstatt grossen Händen sind es kleine schmale und zarte Hände, die von innen den Brustkorb aufdrücken. Und anstatt des roten Lichtes kommt blaues oder silbernes Licht strahlend heraus aus dieser Öffnung. Sie spüren, wie sich die Lungen durch die Öffnung der zarten Hände Platz machen, wie sie sich mit kühler Luft füllen. Durch den Platz der Lungen hat auch das Herz wieder Platz. Es schlägt ruhig, denn es bekommt jetzt wieder viel Sauerstoff.

 

2. Herzrasen

 

Durch die Angst wird Adrenalin ausgeschüttet, dadurch wird das Herz in der Schlagfrequenz erhöht, das kann bis zum sogenannten Herzrasen führen und fühlt sich an, als ob es stolpern würde oder Schläge auslassen würde (Herzklopfen). Das ist ganz normal. Wenn keine Herzerkrankungen vorliegen kann Ihnen dabei nichts passieren. Im Gegenteil, auch wenn dies vorübergehend Stress bedeutet, ist das eine Form des kardiogenen Trainings.

Sie können das Herzrasen eindämmen, indem Sie 4 Sekunden einatmen - 4 Sekunden die Luft anhalten - und auf 6-8 Sekunden durch den Mund ausatmen. Wiederholen Sie es so lange, bis das Symptom besser wird. Diese Form der Atmung passt nicht mit dem vom Gehirn signalisierte : "Achtung! Gefahr! Flucht!"

Das Gehirn kann nur auf eine Situation reagieren!!!! Flucht oder Entspannung.

 

3. Brustschmerzen

 

Brustschmerzen, die durch Muskelanspannung ausgelöst werden, können sehr beängstigend sein. Sehr oft ist die erste Reaktion die Angst, das Sie an einem Herzinfarkt sterben. Das ist nicht wahr. Auch hier helfen autogenes Training und die vertiefte Einatmung.

Auch hier kann die Drehung der inneren ausgelösten Bilder ins Gegenteil (Siehe Beispiel unter Punkt 1.) eine sehr gute Hilfe sein.

 

4. Ein Klos im Hals haben / Schluckbeschwerden

 

Globus Hysterikus ist der Fachausdruck für dieses Symptom. Es wird durch einen Muskel im Hals ausgelöst, der sich durch Stress oder Angst zusammenzieht. Es kann so weit gehen, das man nicht einmal Flüssigkeit schlucken könnte. Das Symptom verschlimmert sich, umso öfter man es versucht. Es ist schrecklich unangenehm und lässt sich nur schwer ignorieren, auch wenn es komplett harmlos ist. Es kann nicht dazu führen, das Sie  verdursten, verhungern oder sogar ersticken. Mir hat es sehr geholfen, in dieser Situation mir vorzustellen, wie lustige Comicfiguren ( bei mir sind es Minions in blau) quatschend und lachend den Hals aufweiten. Ich bekam dieses Symptom nur noch dreimal, da dann das Gehirn darauf nicht mehr zugriff, weil ich das Engegefühl ohnehin durch meine Visualisierung "zerschoss".

 

5. Blasse Hautfarbe

 

Wenn das Blut in die Muskel gepumpt wird, eine Reaktion auf die "Kampf oder Flucht- Situation, werden die sehr feinen Venen in der Haut, die ihr die rosa, gesund aussehende Farbe geben, nur noch wenig mit Blut versorgt und die Haut verliert an Farbe. Das ist nicht gefährlich und die Farbe wird wieder zurückkehren, sobald der Körper nach einer Attacke wieder ein Normalzustand erreicht. Manche Menschen mit generalisierter Angst können oft etwas blass aussehen, aber noch einmal, das ist ganz normal und wird sich wieder normalisieren.

 

6. Schwitzen

 

Da der Körper auf "Flucht" eingestellt ist, bildet er Schweiss, um sich vor der drohendenStrapaze abzukühlen und nicht zu überhitzen.

Meistens ist das einer der ersten Symptome, wenn sich eine Panik- oder Angstattacke anbahnt. Wenn Sie sich nun darauf konzentrieren, wie etwas sehr kühles und blaues durch oder auf den  entsprechenden Körperregionen fliesst und liegt wird der Schweissausbruch sehr schnell gestoppt und die Angstattacke bleibt aus.

 

7. Zittern oder Schaudern (Sichtbar oder Innerlich)

 

Wir zittern oder schaudern alle, wenn wir nervös sind oder frieren.  Der Körper reagiert entweder auf das Absinken der Körpertemperatur oder wenn er sich auf das schnelle Reagieren  bei der Flucht vorbereitet.  Das Zittern entsteht, wenn sich die Muskeln krampfhaft zusammenziehen, um eine Art Reibung zwischen den Muskeln und anderen Körperteilen zu erzielen. Reibung schafft bekanntlich Hitze und somit wird wiederum die Körpertemperatur erhöht.

Sie können auch hier die vertiefte Ein- und Ausatmung einsetzen.

Eine andere Möglichkeit ist, indem Sie sich etwas sehr angenehm warmes ( ein goldenes Licht) im Unterbauch vorstellen, das sich kombiniert mit der Atemübung, im Körper ausbreitet.

Bei besonders hartneckigem Zittern stellen Sie sich ein sympatisches Smily im Bauch vor, dessen Grinsen immer breiter wird, desto tiefer Sie einatmen.

 

8. Schnelle Darm- und Harnentleerung

 

Ja, bei diesem Symptom braucht man guten Nerven, einen guten Schliessmuskel sowie ein geschultes Auge für die nächste Toilette. Es kann jeden Einkaufsbummel zur Tortour werden lassen. Dennoch hat sich auch hier der Körper was dabei gedacht. Wenn Sie Dokumentarfilme über Tiere bei der Flucht anschauen, ist es  Ihnen bestimmt schon aufgefallen, das die Tiere dabei den Darm entleeren. Das hat die ganz einfache Funktion, das der Körper sich vom überflüssigen Gewicht befreien möchte.

Wenn das Symptom zu Hause auftaucht und Sie wissen, das die Harnblase nicht gefüllt sein kann, können Sie etwas ausprobieren:

Der typische Harndrang wird als nach unten drückendes Gefühl wahrgenommen. Nun machen Sie das Gegenteil daraus: Stellen Sie sich vor Ihre Blase wird von imaginären Hosenträgern oder Gummibändern nach oben gezogen. Versuchen Sie sich in das Gefühl der Entlastung hineinzubegeben...

 

9. Schwäche in den Armen und Kribbeln in Händen und Füssen

 

Die "Flucht oder Kampf"- Situation verursacht intensive Reaktionen. Viele Systeme im Körper reagieren darauf. Der Blutkreislauf, Blutsauerstoff und der Level des Kohlenmonoxid im Blut verändert sich und die Muskeln werden angespannt, um auf die Handlung vorbereitet zu sein. Alle diese körperlichen Veränderungen haben profunde Auswirkungen auf die körpeliche Empfindung. Das Kribbeln wird normalerweise durch das Ansammeln von Kohlendioxid im Blut in den Gliedmassen  ausgelöst. Indem man die Hände, Arme, Beine oder Füsse schüttelt wird die Zirkurlation in diesen Bereich wieder angeregt. Diese Symptome sind nicht gefährlich und werden wieder auf ein normales Level wieder zurückkehren. Leichte Übungen, Spazierengehen oder wieder die imaginäre Drehung ins Gegenteil sind sehr hilfreich gegen diese Empfindungen.

 

10. Das Gefühl einen elektrischen Schock oder Schlag im Körper zu bekommen

 

Das Nervensystem ist ein sehr komplexes Netzwerk von elektrisch aufgeladenen Nerven, die sich auf jeden Quadratzentimeter in Ihrem Körper befinden. Um jedes Organ herum, in jedem Muskel und über Ihre ganze Haut verteilt, dem grösstem Organ in Ihrem Körper. Abnormale Nervenimpulse während einer Angstattacke können eine überwältigende Reihe von seltsamen Empfindungen hervorrufen.

Manche Betroffene berichten von dem Gefühl, als wenn man von einer unsichtbaren Hand gestossen oder weggedrückt zu werden. Wiederum andere berichteten, dass sie vorwärts laufen wollten, hatten aber das deutliche Gefühl, dass da eine Hand war, die sie an der Vorderseite wieder zurückdrückte. Es ist als ob man an einem elektrischen Hauptnetz angeschlossen wäre.

Hören Sie auf sich darauf zu konzentrieren. Lenken Sie Ihren Gedanken ab, geben Sie ihnen keine Gewalt und sie werden einfach weggehen. Mir halfen spannende Hörbücher oder das Arbeiten mit Fachliteratur oder anderen handwerklichen Dingen, auf die ich mich voll konzentrieren musste.

 

11. Trockener Mund

 

Da die Flüssigkeit während der Angst in andere Stellen des Körpers umgelenkt wird, beginnt der Mund trocken zu werden. Die Lösung liegt auf der Hand: trinken Sie Wasser oder lutschen Sie einen Bonbon. Auch dieses Symptom ist harmlos und verschwindet wieder.

 

12. Schlaflosigkeit

 

Das war immer das Schlimmste für mich. Ich bin von Natur aus ein sehr schlafbedürftiger Mensch, der sich auch gerne mittags hinlegt. Wenn das wegfällt hat man so viel Zeit. Ich wusste bis zu dieser Zeit nicht wie lange solche Nächte sein können, wenn man nicht einschlafen oder durchschlafen kann.

Wenn es irgenwie geht, verzichten Sie auf chemische Schlafmittel, sie können schnell zu psychischer oder körperlichen Abhängigkeit führen. Oft fühlt man sich am nächsten Tag müde oder schwach und der Kreislauf benötigt sehr lange bis er auf Touren kommt. Schon die Angst vor der nächsten Nacht  machtdas Einschlafen zum Problem.

Natürliche Einschlafhilfen können Baldrian oder gelegentlich ein Glas Wein sein. Sie wissen, dass hier das Mass der Dinge entscheidend ist!

Lenken Sie sich ab, bevor Sie schlafen gehen mit Dingen, die Sie geistig ablenken. Machen Sie etwas, was gute Laune macht: Musik hören, einen lustigen Film anschauen, Tanzen oder beschäftigen Sie sich mit der 10-Satz-Methode und arbeiten Sie an Ihren Zielen . Machen Sie sich einen Plan, wenn Sie nicht schlafen können, wie Sie diese Zeit effektiv für sich nutzen können, anstatt sich völlig genervt und mit Unruhe geplagt von einer Seite auf die andere drehen.

Vermeiden Sie tagsüber zuviel Koffein und Teein. Auch Nikotin hat ein aufputschende Wirkung.

Essen Sie abends nicht zu viel oder zu schwer. Das belastet bekanntlich die Verdauung und kann die Schlafqualität negativ beeinflussen.

Wenn Sie Ihren Beruf überwiegend sitzend ausüben, wäre es ratsam sich einen Ausgleich zu suchen. Wie wäre es mit Zumba, Fitness, Nordic Walking, Mountain Bike, oder andere körperliche Bewegungen an der frischen Luft ?

Viele Betroffene berichten, dass Ihnen autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen.

 

 

Versuchen Sie einfach verschiedenes aus. Sie werden das Richtige finden. Geben Sie sich Zeit und werden Sie nicht gleich ungeduldig, wenn es nicht gleich klappt.  Mir hat es pychisch immer geholfen, zu wissen, das kein Zustand von Dauer ist und ich nicht alleine bin. Es gibt sehr viele von uns, die genau mit dem selben Problem betroffen sind, nur jeder muss seinen eigenen Weg finden damit umzugehen.

 

 

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